Inspiration durch eine Schreib-Challenge auf Instagram

22. Mrz 2022

Die Schreib-Challenge um die es geht, ist von und mit Kea von Garnier.

Die liebe Kea habe ich auf Instagram entdeckt. Da mich das Schreiben schon mein Leben lang begleitet, dachte ich: Mache doch einfach mal mit Isa, könnte eine schöne Erfahrung werden.

An 5 Tagen gab es jeweils eine Aufgabe, für die 5-10 Minuten ausgereicht haben. Die Challenge lief vom 07.03.-11.03.2022 und wurde vom Hashtag: #schreibennachfeierabendchallenge begleitet.

Die kreativen Schreibaufgaben und ebenfalls ihre eigenen Texte zu den jeweiligen Aufgaben hat Kea täglich auf ihrem Instagram Kanal gepostet @keavongarnier. Vorab hat sie sogar Arbeitsblätter und eine Liste mit 10 Schreibtipps per Mail verschickt, auf denen man seine Texte hätte schreiben und sich inspirieren lassen können.

Kea hat uns also an allen fünf Wochentagen eine kreative Schreibaufgabe gestellt, für die wir nicht länger als 10 Minuten aufbringen mussten. Am Ende der Woche sollten uns dann fünf kreative Texte vorliegen, die ohne die Challenge vermutlich nie entstanden wären. Und sie hat damit vollkommen recht behalten.

Aufgaben im Überblick:

Aufgabe 1.: Stell dich vor
Aufgabe 2.: 6 Minuten-Sprint
Aufgabe 3.: So fühlt sich … an
Aufgabe 4.: Momentaufnahme
Aufgabe 5.: Der Schlüssel zum Schreiben

Details zu den Aufgaben

Aufgabe 1.: Stell dich vor
Beschreibe dich selbst – aus der Perspektive eines Objektes oder einer Person, die dir täglich nah ist. Objekte oder Personen könnten sein: Partner, Haustier, Wohnung, Notizbuch, Kinder, Garten, die Stadt usw. Inspirierende Fragen, die uns das Schreiben erleichtern können:
– Was sieht das Objekt jeden Tag von dir? Auf welche Weise kommt es mit dir in Kontakt? Wie und wann bist du ihm begegnet?

Aufgabe 2.: 6 Minuten-Sprint
Hier sollte man mit Timer und Stift und Zettel arbeiten. Jeweils 3 Minuten für 2 Satzanfänge.
Zunächst „Ich habe …“ aufschreiben und nun 3 Minuten losschreiben, ohne den Stift abzusetzen. Danach „Ich habe nicht …“ aufschreiben, ebenfalls für 3 Minuten schreiben und die Worte fließen lassen. Hier sollte man weder auf Rechtschreibung, Zeichensetzung oder sonstige Wiederholungen und Co. achten. Alles sollte einfach fließen.

Diese Technik des automatischen Schreibens hat Kea nicht erfunden, sondern von der Autorin Natalie Goldberg. Wichtig ist bei dieser Technik ist, dass man in einem freien Fluss schreibt und nicht besonders schön oder kunstvoll, dabei den Stift nicht absetzt oder etwas streicht

Aufgabe 3.: So fühlt sich … an
Die Lücke durften wir nicht beliebig füllen. Kea hat uns 4 Auswahlmöglichkeiten gegeben, die wir nutzen sollten.
… nach Hause kommen
… Verliebtsein
… eine schlaflose Nacht
… auf eine Reise gehen

Und hier hat sie ebenfalls wieder hilfreiche Fragen ergänzt, die wir uns dazu stellen können:
– Was verbindest du mit dem jeweiligen Gefühl? Welche Worte? Lieder? Farben? Welche Gerüche und Geschmäcker? Welche Gegenstände? Welche Erinnerungen?

Aufgabe 4.: Momentaufnahme
Bei dieser Aufgabe ging es um den wirklich tagesaktuellen Tag, also um eine reale Momentaufnahme. Welcher Moment war an diesem Tag intensiv? Dazu sollten wir dann ein 5-Zeilen-Gedicht schreiben (das sich nicht reimen musste). Jeder Satz sollte dabei eine Antwort auf 5 Fragen sein, die Kea uns gestellt hat.

1: Was fühlst du auf der Körperebene?
2: Wer oder was befindet sich um dich herum?
3: Wenn du nur ein Bild dieser Szene einfrieren könntest – welches wäre es?
4: Wie verhältst du dich?
5: Was hat sich durch den Augenblick verändert?

Aufgabe 5.: Der Schlüssel zum Schreiben
Hier geht es um eine fiktive Geschichte. Kea spricht von einem Schlüssel zu einem Ort, an dem wir in Ruhe schreiben können. Wir bekommen diesen Schlüssel von ihr und sollten beschreiben, wo wir uns befinden, wenn wir damit eine Tür öffnen.

– Wo bin ich? Ist es eine kleine Dachkammer mit Sekretär am Fenster? Die Veranda eines Strandhauses? Was riechst du, hörst du, fühlst du? Wie ist der Tisch beschaffen, an dem du Platz nimmst? Wie fällt das Licht in den Raum? Was beginnst du zu schreiben?

Hier sagt Kea, wir sollen groß Träumen. In unserer Fantasie ist alles erlaubt. Gesagt, getan. 

Träume groß …

Schöne Idee, die Kea mit dem Schlüssel hatte. Den “Dream Big!” Ratschlage habe ich angenommen. In meinem Text zu dieser Aufgabe habe ich groß geträumt und landete in einem Strandhaus am Meer. #dankbar 

 

Meine Texte zu den einzelnen Aufgaben

Aufgabe 1.: Stell dich vor

Ich bin nicht einzigartig, mich gibt es in verschiedensten Ausführungen & Größen. Ich liege oft auf dem Nachtisch, doch bei ihr bin ich besonders! Bevor sie mich öffnet, streicht sie mir erst einmal mit ihrer Hand über mein Ledereinband und hält inne.

Ganz oft sehe ich ein kleines Lächeln über ihr Gesicht huschen – einen verträumten Blick später, bin ich umgeben von einem Meer aus Stiften. All ihre Gedanken, Gefühle & Erlebnisse finden in Worten und Zeichnungen liebevoll ihren Ausdruck. Keine Seite ist wie die andere. Sie ist mit Liebe zum Detail bei der Sache und versinkt in mir, so kreativ, ihr ganzes Wesen ist neugierig & voller Ideen.

Es gibt Tage, da sehe ich sie wild durch die Wohnung tanzen/singen & weiß genau, ich werde später nochmal berührt, dieser Song muss in unsere Playlist des Jahres. Wir führen eine sehr innige Beziehung. Täglich sehe ich, was sie macht, fühle, was sie fühlt & bekomme all die intimen Infos aus ihrem Innersten. Ich bin schon jetzt ein kleines Kunstwerk.

Ich freue mich, wenn sie sich Zeit für mich nimmt. Selbst wenn sie mich schließt, tut sie dies mit Bedacht. Sie streicht mir sanft über meinen Ledereinband & manchmal, ja, da drückt sie mich sogar kurz an ihr Herz.

 

Aufgabe 2.: 6 Minuten-Sprint

Ich habe … die Achterbahn verlassen. Das Gefühlschaos hinter mir gelassen. Ok, nicht ganz, aber ich bin endlich ausgestiegen. Sortieren, Ruhe finden. Ich habe teils so viel gefühlt und dann doch wieder rein gar nichts. Es war oft viel zu viel und dann wieder nichts. Wie kann das sein? In dem einen Moment fühlt man quasi alles, sodass es kaum auszuhalten scheint und im nächsten Moment wirklich rein gar nichts. Völlige Leere. Innerlich wie tot. Das klingt so erschreckend, wie es war. Immer von einem Schmerz zum nächsten & von einem Drama zum anderen.

Ich habe nicht … aufgegeben. Dem Chaos die Stirn geboten. Mir wurde klar, dass das alles falsch ist. So unfassbar falsch. Nach dem plötzlichen Ausstieg aus der Bahn – kein Fall. Im Gegenteil. Ich spürte endlich wieder festen Boden unter meinen Füßen. Ich fühlte mich so unglaublich leicht und paar Zentimeter größer. Ja, fast als würde ich kurzzeitig schweben. Ich wusste sofort, dass das die einzig richtige Entscheidung war. Für mich. Ich habe meinen Weg eingeschlagen, ohne Achterbahn. Das Leben ist turbulent, ja, aber ich war mir sofort sicher, ich sitze ab jetzt am Steuer. Das Leben hält für mich mehr bereit.

 

 

 

 

 

 

 

Aufgabe 3.: So fühlt sich … „nach Hause kommen“ … an

Mich durchströmt eine wohlige Wärme. Einatmen. Kaum habe ich die Tür hinter mir geschlossen, bin ich ruhiger. Ein Gefühl von Sicherheit stellt sich ein. Ich habe meinen Zufluchtsort erreicht. Hier darf ich, ich sein. Mit allem, was ich bin. Ausatmen.

Sicher vor der Außenwelt, abgeschottet von allem, wenn ich es brauche. Allein. Tief durchatmen. Ich fühle mich erleichtert, schmunzle und freue mich, voller Dankbarkeit. Dankbar für diesen Ort, dankbar für Türen.

Oft benötige ich meine gewohnte Umgebung, um aufzutanken. Zu viele Reize von außen wirken auf mich ein. Hier habe ich den notwendigen Raum, mich fallen zu lassen. Abschalten. Mein kreatives Chaos zu lieben, weil es mich ausmacht. Meine Persönlichkeit zu entfalten, im Innersten und im Außen.

In meinen Zufluchtsort darf niemand eindringen, den ich hier nicht haben möchte. Ein geschützter Bereich für mich und meine Gefühle. Für mein Sein. Hier habe ich die Kontrolle, was passiert. Meistens.

Die Kontrolle, die mir in diesem schnelllebigen Leben so oft fehlt. Es urteilt niemand. Die Nachrichten bleiben aus, Neider oder boshafte Menschen draußen. Hier darf ich mich sicher, richtig und wertvoll fühlen.

Diese Oase der Ruhe habe ich für meine Seele geschaffen, die einen Wohlfühlort dringend braucht. Hierher zu kommen fühlt sich wie „Frieden finden“ an. Für mich und mein Innerstes.

Es ist mehr als eine Wohnung, es ist mein Zuhause!

 

 

Aufgabe 4.: Momentaufnahme

Ich spüre die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht,
um mich herum viele Knospen, aufs blühen erpicht.

Mein Lächeln selig, das Buch in der Hand,
still, ganz auf den Ausgang der Handlung gespannt.

Die Aufmerksamkeit weg vom Gefühlschaos gestern,
höre ich den Wind mir leise zuflüstern:

> Denk‘ immer daran und sei stolz auf dich,
Gefühle sind flüchtig – genauso wie ich! <

 

 

Aufgabe 5.: Der Schlüssel zum Schreiben

Dankbar.

Ich drehe die Schlüssel langsam um, das Schloss klickt leise – ich weiß, ich bin da. Endlich wieder Zeit für mich und die Ruhe, die ich während des Schreibprozesses brauche. Kaum die Tür geöffnet, laufe ich direkt auf die Veranda. Taschen abgestreift und raus, denn hier bin ich ganz allein mit dem Rauschen der Wellen, dem leichten Wind um die Nase und den warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut.

Kurz innehalten, den Moment genießen. Ich schließe die Augen und weiß, ich bin angekommen. In meinem Strandhaus, bei mir! Jedes Mal, wenn ich hierherfahre, erfasst mich ein Glücksgefühl, eine unglaubliche Vorfreude, die kaum zu beschreiben ist.

Eine Hand auf dem Holztisch vor mir, die sanft über die Platte streicht und mich daran erinnert, wie viele gemeinsamen Stunden schon hinter uns liegen. Nachdem ich den Mix aus Meeresluft und den Duft von Kaffee quasi schon riechen kann, mache ich mir genüsslich eine Tasse.

Zurück mit meinem Kaffee, lässt mich dieser Ausblick und die Stille – Dankbarkeit für diesen magischen Ort empfinden. Dieses kleine, freistehende Haus ist meine Oase der Ruhe und Inspiration pur. Die Natur um mich herum, wundervoller kann ich mir einen Ort nicht vorstellen.

Während sich die Palmen sanft im Wind wiegen, setze ich mich an meinen Tisch. Wieder vereint. Der Stift wartet nur darauf, von mir geführt zu werden. Meine eigene Tradition behalte ich bei: zunächst meine Eindrücke, Gedanken und Gefühle durch den Stift auf das Papier fließen zu lassen. Diese Art des Schreibens gefällt mir auch heute noch am besten! Ich liebe diesen Moment und koste ihn vollends aus. Immer.

Nachdem meine Gedanken nur so geflossen sind, setze ich den Stift ab, streiche über die Maserung des Tisches und ziehe meinen Laptop heran.

Es ist Zeit …

Zeit die leeren Seiten mit neuem Inhalt zu füllen. Eine Atempause, tief & erfüllend, die Sonne auf meiner Haut und den Blick aufs Meer gerichtet, später, klappe ich den Laptop auf.

Heute beginnt ein neues Kapitel, mein erster Roman. Der Roman meines Lebens. Ich bin bereit, lasse die Zweifel los und alles aus mir fließen …

Texte mit der Hand zu schreiben fällt mir leichter, als sie zu tippen.

Gedichte schreibe ich, seitdem ich 12 bin. 

Mit Hilfe von Fragen, ist jedoch noch nie ein Gedicht entstanden – bis jetzt.

Fazit zur Challenge

Es war wundervoll. Kea hat wirklich schöne neue Impulse gesetzt und mich an ganz andere Herangehensweisen geführt. Insgesamt haben mir die Aufgaben echt gut gefallen. Auch wenn ich sicher nicht jede Aufgabe vollends erfüllt habe, bin ich mit meinen Texten, mehr oder weniger, zufrieden.

Nach Oben ist bekanntlich immer Luft. Dickes Dankeschön an Kea für diese tolle Erfahrung.

Liebe geht raus an euch!
Eure Isabel ♥

1. @keavongarnier
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2. @fitnessconisabel
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Isabel Kulessa
Ich bin Autor dieses Artikels.
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